Nahezu
ein Jahr habe ich nach einem Alltagsfahrzeug gesucht. Ich hatte klare
Vorstellungen von einem S124 300D, welcher eine Klimaanlage und
Ledersitze haben sollte, am Besten auch noch Schiebedach und dabei
möglichst alt sein sollte. Insgesamt habe ich auf den
Verkaufsplattformen 3 Stück gesehen, die in Frage kamen und nicht ganz
so weit weg standen. Aber immer kam ich zu spät und das Auto war
verkauft bevor ich es mir angucken konnte.
Den
S123 fand ich zwar vom Aussehen bereits besser, aber der erfüllte meine
Anforderungen nicht und preislich waren die Kombis auch zu teuer.
Mein
W123 war daher ein Spontankauf. Der Besitzer hatte ihn inseriert und
ich hatte die Anzeige beobachtet. Als der Verkäufer nach einer Woche den
Preis um fast 25% senkte rief ich an und vereinbarte einen
Besichtigungstermin. Vor Ort gefiel mir der Wagen sehr gut und die
Mängel passten zum Preis. TÜV war noch über 6 Monate vorhanden und so
fuhr der Verkäufer den Wagen mit den Kurzzeitkennzeichen zu mir nach
Hause.
Seit
Oktober 2017 befindet er sich nun in meinem Besitz und wird rollend
restauriert. Anschließend bekommt ihr ein paar Einblicke in die fälligen
Arbeiten seit dem Kauf.
Auch nach etwas mehr als zwei Jahren bereue ich den Kauf nicht, auch wenn regelmäßig kleine Reparaturen gemacht werden müssen. Ich habe eine jährliche Kilometerleistung von ungefähr 12.000km.
Mittwoch, 18. Dezember 2019
Wechsel der Dieselhandpumpe
Die erste Reparatur meines W123 nach dem Kauf lies nicht lange auf sich warten. Der Motor sprang immer schlecht an und ich bemerkte, dass der kleine Dieselfilter vor dem Starten nicht komplett mit Diesel gefüllt war. Deswegen nutze ich die kleine Dieselhandpumpe mit der man von Hand die Dieselleitung entlüften kann. Danach sprang der Motor direkt an. Ich wusste also nun, dass das Problem Luft in der Dieselleitung war.
Bevor ich jedoch nach der Stelle suchen konnte wo Luft in das System eindringt, bemerkte ich eine kleine Diesellache unter meinem Auto. Nachdem ich mir die Dieselleitung im Motorraum angeschaut hatte entdeckte ich ein kurzes Stück Leitung, welches mit Isolierband umwickelt war. Das kurze Stück Schlauch war schnell in der Werkstatt gewechselt. Mit der Handpumpe das System entlüftet und als das Werkzeug schonwieder weggeräumt war bemerkte ich ein starkes Tropfen. Diesel tropfte auf den Boden, obwohl das neue Stück Schlauch perfekt saß und die Schellen fest angezogen waren.
Das Problem war die Handpumpe! Vermutlich durch die lange Nichtbenutzung dieser wurden die Dichtungen porös und als ich die Pumpe plötzlich wieder regelmäßig benutze wurden die porösen Dichtungen undicht.
Ein Blick ins W123-Forum brachte Rat und da das Reparieren der Handpumpe nicht möglich war baute ich eine neue Handpumpe ein. Kosten waren um die 25-30€ bei Mercedes direkt, weil es schnell gehen musste. Das Auto wird ja jeden Tag gebraucht.
Bevor ich jedoch nach der Stelle suchen konnte wo Luft in das System eindringt, bemerkte ich eine kleine Diesellache unter meinem Auto. Nachdem ich mir die Dieselleitung im Motorraum angeschaut hatte entdeckte ich ein kurzes Stück Leitung, welches mit Isolierband umwickelt war. Das kurze Stück Schlauch war schnell in der Werkstatt gewechselt. Mit der Handpumpe das System entlüftet und als das Werkzeug schonwieder weggeräumt war bemerkte ich ein starkes Tropfen. Diesel tropfte auf den Boden, obwohl das neue Stück Schlauch perfekt saß und die Schellen fest angezogen waren.
Das Problem war die Handpumpe! Vermutlich durch die lange Nichtbenutzung dieser wurden die Dichtungen porös und als ich die Pumpe plötzlich wieder regelmäßig benutze wurden die porösen Dichtungen undicht.
Ein Blick ins W123-Forum brachte Rat und da das Reparieren der Handpumpe nicht möglich war baute ich eine neue Handpumpe ein. Kosten waren um die 25-30€ bei Mercedes direkt, weil es schnell gehen musste. Das Auto wird ja jeden Tag gebraucht.
Donnerstag, 14. Februar 2019
Schweißen am Schweller, Wagenheberaufnahme und am Radlauf
Die rostigen Stellen waren mir beim Kauf des Wagens schon aufgefallen und müssen nach und nach beseitigt werden, bevor der Schaden größer wird. Der Arbeitsaufwand betrug für die folgenden Arbeiten ~35 Stunden.
Ausgangszustand:
Zuerst habe ich mir das Schwellerende hinten auf der Fahrerseite sowie das letzte Stück Radlauf vorgenommen. Ein Reparaturblech hatte ich für beide Stellen dazu bekommen und so war es naheliegend damit zu beginnen.
Zu den nächsten Schritten schreibe ich nur ein paar Worte. Das Vorgehen sieht man anhand der Bilder.
Grober Ausschnitt und Entlacken, um zu sehen wo gesundes Blech anfängt
Innenkotflügel / Radhaus sind leider auch bereits betroffen
Zuerst das Reparaturblech für den Schweller angepasst
Für diesen Bereich im Radhaus musste ich selber ein Blech anfertigen
Dazu habe ich die Umrisse des Altteils auf Butterbrotpapier übertragen, ausgeschnitten und auf Tafelblech übertragen
Um die Sicke für den Gummistopfen zu fertigen nehme ich zwei vom Durchmesser passende Runde Objekte (hier Rohr und Nuss) und presse die Sicke im Schraubstock
An der rechten Seite Blech abgesetzt und wie im Original mit der Punktschweißzange verschweißt
Parallel dazu auch die fehlende Ecke vom Innenkotflügel per Hand nachgefertigt
Alle blanken Stellen, wo später nicht geschweißt werden muss, mit 2K-Epoxy grundiert
An den Stellen wo punktgeschweißt wird mit schweißbarem Rostschutzgrund grundiert
Alte Wagenheberaufnahme wurde übernommen
Blech anprobiert und passt - so kanns verschweißt werden
Tür zu und schauen, ob das Reparturblech so passt
Stück für Stück im Pilgerschritt verschweißen
Mit Schruppscheibe die Schweißnaht grob geglättet, dann Fächerscheibe mit 80er Körnung und Feinschliff mit Exzenterschleifer (Körnung 100-120er). Zierleistepasst auch.
Alles mit 2K-Epoxy grundiert
Unterbodenschutzstruktur im Radhaus mit Pinsel tupfend hergestellt
Gründlich abkleben, EP-Grundierung angeschliffen und mit der Lackierpistole den Füller aufgetragen
Schweller mit Unterbodenschutz aus der Sprühdose gespritzt, Füller fein geschliffen, grade abgeklebt und Decklack mit der Spritzpistole aufgetragen
Frische Clipse von Mercedes gekauft und montiert
Endergebnis bei Tageslicht
Das war der erste Versuch zu lackieren und zu schauen wie gut die angemixte Farbe von der Lackbude passt. Der Radlauf und der Wagen generell haben noch mehr Stellen die lackiert werden müssen, aber zuerst wollte ich Wissen, ob mich das Ergebnis überzeugt und ich die anderen Stellen auch selbst lackiere.
Ich selbst bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Ausgangszustand:
Zuerst habe ich mir das Schwellerende hinten auf der Fahrerseite sowie das letzte Stück Radlauf vorgenommen. Ein Reparaturblech hatte ich für beide Stellen dazu bekommen und so war es naheliegend damit zu beginnen.
Zu den nächsten Schritten schreibe ich nur ein paar Worte. Das Vorgehen sieht man anhand der Bilder.
Grober Ausschnitt und Entlacken, um zu sehen wo gesundes Blech anfängt
Zuerst das Reparaturblech für den Schweller angepasst
Für diesen Bereich im Radhaus musste ich selber ein Blech anfertigen
Dazu habe ich die Umrisse des Altteils auf Butterbrotpapier übertragen, ausgeschnitten und auf Tafelblech übertragen
Um die Sicke für den Gummistopfen zu fertigen nehme ich zwei vom Durchmesser passende Runde Objekte (hier Rohr und Nuss) und presse die Sicke im Schraubstock
An der rechten Seite Blech abgesetzt und wie im Original mit der Punktschweißzange verschweißt
Parallel dazu auch die fehlende Ecke vom Innenkotflügel per Hand nachgefertigt
Alle blanken Stellen, wo später nicht geschweißt werden muss, mit 2K-Epoxy grundiert
An den Stellen wo punktgeschweißt wird mit schweißbarem Rostschutzgrund grundiert
Alte Wagenheberaufnahme wurde übernommen
Blech anprobiert und passt - so kanns verschweißt werden
Tür zu und schauen, ob das Reparturblech so passt
Stück für Stück im Pilgerschritt verschweißen
Mit Schruppscheibe die Schweißnaht grob geglättet, dann Fächerscheibe mit 80er Körnung und Feinschliff mit Exzenterschleifer (Körnung 100-120er). Zierleistepasst auch.
Alles mit 2K-Epoxy grundiert
Unterbodenschutzstruktur im Radhaus mit Pinsel tupfend hergestellt
Gründlich abkleben, EP-Grundierung angeschliffen und mit der Lackierpistole den Füller aufgetragen
Schweller mit Unterbodenschutz aus der Sprühdose gespritzt, Füller fein geschliffen, grade abgeklebt und Decklack mit der Spritzpistole aufgetragen
Frische Clipse von Mercedes gekauft und montiert
Endergebnis bei Tageslicht
Das war der erste Versuch zu lackieren und zu schauen wie gut die angemixte Farbe von der Lackbude passt. Der Radlauf und der Wagen generell haben noch mehr Stellen die lackiert werden müssen, aber zuerst wollte ich Wissen, ob mich das Ergebnis überzeugt und ich die anderen Stellen auch selbst lackiere.
Ich selbst bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Donnerstag, 5. Juli 2018
Bodenblech im Bereich der Schwingarmträger erneuern
In dem Bereich der Schwingarmträger und dem Bereich, wo der Längsträger (Chassisausleger) das Bodenblech berührt, kommt es häufig zu Korrosion. Dabei sieht der Schaden von unten meist nicht so dramatisch aus, lediglich der Unterbodenschutz macht eine kleine Beule oder es ist ein centgroßes Loch zu sehen.
Die beiden Bleche sind eingeschweißt. Weiter geht es mit dem Bodenblech im vorderen Bereich.
| Ich habe ein U-förmig gekantetes Blech in den Schwingträger geschweißt. Das ersetzt die originale Wagenheberaufnahme |
| Ein Bodenblech ist für diese Stelle schnell angefertigt |
Die beiden Bleche sind eingeschweißt. Weiter geht es mit dem Bodenblech im vorderen Bereich.
Blecharbeiten am vorderen Teil des Chassis (Vorderwagen / Längsträger)
| Wie immer gibt es überall Rost. wo Bleche doppelt liegen |
| Flex angesetzt und die schadhafte Stelle großzügig rausgetrennt |
| Ich habe für diese Stellen dickeres 1,5mm starkes Blech genommen |
| Gleiche Vorgehensweise am anderen Längsträger |
| Verschliffen und dann natürlich grundiert |
| Bodenblech vom "Franzosen" passt leider nur mäßig. Muss angepasst werden und kommt erst später drauf |
Donnerstag, 21. September 2017
Schablone für den korrekten Einbau der Längsträger und Einbau der Schwingarmträger
Um meine reparierten Längsträger (Chassisausleger) korrekt ausrichten zu können habe ich eine kleine Schablone genutzt. Diese hält auf beiden Seiten den richtigen Abstand zwischen Schwingarmträger und Längsträger. Zusätzlich habe ich die Strebe montiert, an welcher auch der Tank befestigt wird.
| Richtiger Abstand zwischen Längsträger und Schwingarmträger |
| Probeweise die Hinterradachse montiert - passt! |
Wechsel der Schwingarmträger
Der Wechsel der Schwingarmträger ist ohne aufgesetzte Karosserie eine schöne Arbeit. Die Reparaturbleche sind so angefertigt, dass sie in den Schweller eineschoben werden.| Ein paar Schweißpunkte abbohren und untersuchen, wo das gesunde Blech anfängt |
| Ein sauberer Schnitt mit der Flex... |
| ... und dann heißt es Bohren, um das Reparaturblech mit vielen Schweißpunkten zu fixieren |
| "Bauschaum" als werkseitiger Hohlraumschutz - war ein Reinfall |
Freitag, 10. Februar 2017
Die hinteren Längsträger (unter dem Kofferraum, Befestigung der Hinterradachse) und eine Abkantbank selber bauen
Die Längsträger (LT) sahen nicht gut aus und gelten als eine der Schwachstellen beim R4. Besonders in dem Bereich wo die Hinterradachse befestigt ist, sind zur Stabilität mehrere Bleche aufgedoppelt. Dort kriecht die Feuchtigkeit zwischen und bringt alles munter zum oxidieren.
Sieht nicht gut aus. Aber zu retten. Ich habe mich für eine
Abschnittsreparatur entschieden. Das ist aufwändig. Wenn man das Werkzeug dazu
nicht hat baut man es sich, oder man nimmt die 180€ in die Hand und kauft sich
einen neuen Längsträger. Ich habe mich entschieden das Werkzeug dazu zu bauen.
Wird nicht mein letztes Projekt sein.
Hier nun ein paar Bilder und wenige Worte zum Bau meiner
Abkantbank. Anleitungen und Anregungen findet man dazu im Netz. Mit meiner
Abkantbank kann man maximal 1mm starkes Blech abkanten. Das ist für die meisten
Arbeiten an Chassis und Karosserie beim R4 ausreichend.
| Winkeleisen (50mm Schenkellänge, 4mm stark) erst mit Schrubscheibe und dann mit Feile geplant |
| Winkeleisen klemmt später das Blech auf den Flachstahl (8mm) |
| Dafür ist es wichtig. dass das Winkeleisen plan auf dem Flachstahl aufliegt |
| Das Gelenk habe ich aus Rohr(außen 14mm) und Bolzen(10mm) gemacht |
| Die Metallhülse drückt das Winkeleisen bündig an die Kante |
| M12 Innensechskant für die Klemmung, das Gewinde habe ich in den Flachstahl geschnitten |
| Als Hebel habe ich 1" Wasserrohr genommen. Die Muffen sind angeschweißt, das Rohr lässt sich rausdrehen. So steht die Abkantbank nicht im Weg rum wenn man sie nicht benötigt |
| Das Reparaturblech (1mm) für die Abschnittsreparatur des Längsträger sieht schonmal gut aus. |
Weiter geht es mit einer Schablone, damit die Längsträger nach dem Einbau wieder gerade eingebaut werden können.
Abonnieren
Posts (Atom)
